Geschichte der Berliner Kinderläden
Die Elterninitiative Kindertagesstätte (EKT) "Krümelkinder e.V." ist eine ursprünglich von Eltern gegründete Vorschuleinrichtung. Die ersten Kinderläden in Kreuzberg wurden Anfang der 70er Jahre, aus dem damaligen politischen Verständnis heraus, gegründet.
Die Eltern wollten ihre Kinder in den Befreiungsprozess miteinbeziehen. Dazu war ein neues pädagogisches Konzept nötig. Es wurde in diesen Kinderläden entwickelt und verwirklicht. Zu den ersten Kinderläden in Berlin zählte der Arbeiterkinderladen am Oranienplatz, ebenso die 16 Sonderprojekte, die in ganz Berlin verteilt waren. Diese Projekte haben sich speziell um Kinder aus schwierigen Verhältnissen gekümmert.
Parallel dazu entwickelten sich Elterninitiativen in ganz Berlin, die sich diese ersten Kinderladenideen und Sonderprojekte zum Vorbild nahmen. Die Kinder sollten am Leben teilnehmen. Es wurde z.B. zusammen gekocht, eingekauft und geputzt. Dies war eine klare Abgrenzung zu Kindergärten, in denen Kinder von den alltäglichen Lebensprozessen bzw. Tagesabläufen ausgeschlossen wurden. Die Läden waren klein und hatten deutlich mehr Personal. Die Eltern hatten Mitbestimmungsrecht.
Über uns
Unsere Einrichtung besteht seit 1984.
Seit 2006 befindet sich unser Kinderladen in der Cuvrystr. 39 im Wrangelkiez.
Unsere Einrichtung besuchen maximal 25 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren.
Aktuell beschäftigen wir fünf Pädagog*innen, eine Person, die ihr freiwilliges soziales Jahr absolviert und eine Köchin, die uns vegetarisches Essen zubereitet.
Wir sind eng vernetzt mit anderen Kinderläden und sozialen Institutionen wie z.B. dem Nachbarschaftszentrum Kiezanker 36. Dort beteiligen wir uns an gemeinsame Aktionen mit Kiez und Nachbarschaft, nutzen den Bewegungsraum wöchentlich und haben auch die Möglichkeit Projektausstellungen zu präsentieren.
Inklusion
Inklusion bedeutet für uns, jedes einzelne Kind in seiner Lebenssituation, mit seinen eigenen Voraussetzungen und seinen individuellen Fähigkeiten wichtig und ernst zu nehmen. Die gemeinsame Betreuung, Förderung und Bildung aller Kinder entspricht unserem Kinderladenalltag.
Zwei Pädagog*innen unserer Einrichtung haben die Zusatzqualifikation zur Fachkraft für Integration. Diese unterstützt und begleitet durch Methodik und Wissen die anderen Fachkräfte im Alltag und bei der Beobachtung und Dokumentation der Lern- und Entwicklungsprozesse. Sozialpädagogische Förderung der Kinder mit besonderem Bedarf betrachten wir nicht als isolierte Handlung durch die Integrationskraft, sondern sehen es als Aufgabe aller pädagogischen Fachkräfte alle Kinder teilhaben zu lassen.
Altersmischung
In unserer Einrichtung spielen und lernen die Kinder in einer altersübergreifenden Gruppe. Pädagogisches Ziel der Altersmischung ist eine möglichst familienähnliche Gruppensituation, in der die Kinder soziale Erfahrungen machen und ältere und jüngere Kinder voneinander lernen.
Partizipation
Wichtige Säule unsere pädagogische Arbeit sind der Leitsatz: "Hilf mir es selbst zu tun", sowie das Mitspracherecht der Kinder (Partizipation). Regelmäßige Kinderkonferenzen in der Gruppe fordern die Kinder dazu auf, demokratisches Verhalten zu erlernen.
Wir ermutigen die Kinder behutsam und respektvoll miteinander umzugehen. Wir fordern sie auf, anderen Kindern zu helfen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Dabei haben wir jedes Kind einzeln im Blick und fördern individuell. Bei uns werden allerdings nicht einzelne Aktionen in den Vordergrund gestellt, sondern das Ergebnis der Gruppe.
Freies Spiel
Kinder entdecken die Welt spielerisch. Dabei trainieren sie wichtige geistige, körperliche und soziale Fähigkeiten. Sie setzen sich über das Spiel mit sich selbst und ihrer Umwelt auseinander.
Spielen bedeutet für Kinder lernen und ist deshalb für die Entwicklung so außerordentlich wichtig. Die Kinder finden bei uns eine anregende Umgebung vor. Durch eine Vielfalt an Materialien laden wir sie zum Entdecken, Experimentieren, Konstruieren und Gestalten ein.
Raumgestaltung
In unserer Einrichtung haben wir uns von der Raumgestaltung des Reggio Konzepts inspirieren lassen. Entstanden ist diese pädagogische Strömung in den 1960er Jahren in Reggio Emilia, Nord Italien. Wo zuvor Betreuungseinrichtungen vornehmlich unter der Trägerschaft von Kirchen vorhanden waren, kam die Stadt als Träger von rund 40 Tageseinrichtungen hinzu. Hierdurch entwickelte sich eine neue Strömung, die den Forscher- und Entdeckergeist der Kinder in den Vordergrund stellte: die Reggio Pädagogik.
Die Räume werden zum dritten Erzieher und fordern die Kinder dazu auf, ihre angeborenen unendlichen Fähigkeiten zu entwickeln und auszuleben.
Die Kinder selbst sind der erste Erzieher und das soziale Umfeld, die Familie und die pädagogischen Fachkräfte bilden den zweiten Erzieher.
Bei der Raumgestaltung spielt das Atelier eine wichtige Rolle. Das Atelier befindet sich bei uns im Gruppenraum. Das Atelier ist einen Ort, an dem verschiedene Materialien gesammelt und geordnet werden und zum Erforschen und Entdecken einladen. Hierbei geht es um viel mehr als reine Bastelmaterialien. Auch Fundstücke von Spaziergängen werden dort aufbewahrt und in Gläsern präsentiert. So spiegelt sich die notwendige Balance zwischen Reizvielfalt und Strukturiertheit wieder.
Eine Staffelei ist ein wertvoller Bestandteil eines jeden Ateliers und gibt den Kindern die Möglichkeit, nass oder trocken zu malen. Aufbewahrungsmöglichkeiten sowie ein großer Tisch gehören ebenfalls zur optimalen Ausstattung eines Ateliers, in dem die Kinder frei gestalten können.
Damit Kinder nicht durch Reizüberflutung die Orientierung verlieren, haben wir noch weitere Funktionsbereiche in unserer Einrichtung geschaffen: die Kinderküche für Rollenspiele, die Bauecke mit entsprechenden Materialien für Konstruktionsspiele. Außerdem haben sie die Möglichkeit in der Forscherecke zu experimentieren. Bei Bedarf nach Ruhe können sie sich in die Bücherecke oder den Ruheraum zurückziehen.
Gegenstände, die unsere Kinder in der Einrichtung vorfinden und die sie zum experimentellen und gestalterischen Handeln anregen sollen, sind z.B. optische Geräte, Gegenstände zum Messen und Untersuchen, eine Wasserrinne und ein Wassertische, Requisiten zum darstellenden Spiel, Leinwände und Lampen für Schattenspiele, sowie ein Podest als Bühne und zum Bauen.
Des Weiteren haben wir Instrumente zum Musizieren und eine eigene Kinderbibliothek. Verschiedenste Medien werden für unsere Projektarbeit eingesetzt.
Unser Kinder Restaurant besteht aus vier Tischen, die wie Nischen gebaut wurden. Ein Tisch ist für die U3 Kinder ausgelegt. Die Altersmischung am Tisch, zwischen jüngeren und älteren Kindern, ist ausgeglichen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Wir legen Wert darauf unsere Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen und uns auszutauschen.
Unser Garten ist ein weiterer wichtiger Raum, der ganzjährig genutzt wird. Ähnlich wie bei unseren Innenräume, gibt es auch hier verschiedene Bereiche: ein Kreativbereich, ein Podest zum Ausruhen und für Rollenspiele, einen Sandkasten und die Wasserrinne zum Bauen, Konstruieren und Experimentieren, einen Pflanzentunnel zum Verstecken und einen Barfußpfad um die Sinne anzuregen.
Die Kinder finden vielfältige Anregungen, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten u.a die Bewegungsgeräte nach Hengstenberg, die flexibel aufgebaut werden können.
In Pflanzkästen und einem Gemüsegarten werden Färberpflanzen oder Essbares angebaut, die beim Wachsen, beobachtet und geerntet werden können.
Der Garten bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten und Chancen für Entdeckungen und Forschungsmöglichkeiten, selbst für die Allerjüngsten. Kinder eignen sich ihr Umfeld, in dem sie sich handelnd darin bewegen und alles ausprobieren, was ihre Neugier hervorruft, deswegen sind Orte und Räume wichtig, die Gelegenheiten für ihre eigenen Eroberungen, Gestaltungen und Überprüfungen bieten. Anregende Orte und die Möglichkeit bereichernder Erfahrungen unterstützen und fördern das kindliche Entwicklungspotenzial: das Kind kann zahlreiche wichtige physische und psychische Grundbedürfnisse befriedigen und erlebt gleichzeitig Selbstwirksamkeit in seiner Auseinandersetzung mit der Umwelt.
Wichtig ist für uns außerdem die Nutzung des Gartens für sämtliche Feste.
Ästhetische Bildung
Wie Kinder Räume wahrnehmen, hat maßgeblichen Einfluss auf ihr Lernverhalten. Liebevolle, anregende Gestaltung steigert das Wohlbefinden und die Lernmotivation. Überschaubare klare Raumstrukturierungen und weiße Wände helfen bei der Orientierung.
Ausflüge
Wir unternehmen regelmäßig altersentsprechende Ausflüge z.B. auf verschiedene Spielplätze, auf den Kinderbauernhof, in den Wald, ins Museum, Theater und Ausstellungen. Bei Ausflügen in die Natur können die Kinder ihre motorischen Fähigkeiten und Geschicklichkeit schulen, ihrer Fantasie freien Lauf lassen und ihren Forscherdrang ausleben. Dort können sie sinnliche Erfahrungen sammeln. Kinder müssen Dinge sehen, berühren und mit ihnen umgehen, bevor sie Erklärungen verarbeiten können. Die Kinder lernen ihre Stärken und Schwächen, durch die Auseinandersetzung mit der neuen Umgebung kennen. Dies fordert sie heraus, Grenzsituationen zu erleben und zu bewältigen.
Kunst
Bildnerisches Gestalten und Kultur gehören zu den Schwerpunkten unserer Einrichtung. Kultur ist im weitesten Sinne alles, was ein Mensch selbst gestaltend hervorbringt.
Selbstständig tätig werden können die Kinder, wenn es um das bildnerische Gestalten geht. Konzentriert, mit viel Eigeninitiative und Kreativität können die Kinder nach Herzenslust experimentieren, eigene Erfahrungen machen, ohne ausschließlich an ein Ergebnis gebunden zu sein.
Unser Kinderatelier ist ein eigens nach den Gesichtspunkten der Atelierpädagogik geschaffener Ort. Den Kindern werden hier Bildungsmöglichkeiten angeboten, die ihrem Entwicklungsstand und dem Berliner Bildungsprogramm entsprechen.
Das Atelier bietet ein ausgewogenes Materialangebot und Freiflächen sowie eine künstlerische Atmosphäre durch Staffeleien, Ausstellungsfläche, Kunstdarstellungen, Bücher, Bildbände und künstlerische Objekte. Den Kindern steht eine große Auswahl an Gestaltungsmitteln wie Farben, Ton, Pigmente, Kreide und Färberpflanzen zur Verfügung, die in unterschiedlicher Weise genutzt werden können.
Auch Kunstgeschichte wird in unsere Projekte eingebunden. Diese beinhaltet wichtige Informationen zu verschiedenen Kunstrichtungen, architektonischen Zeitepochen oder auch Gemälde und Lebensläufe bekannter Künstler.
Eine Mitarbeiterin mit der Zusatzausbildung Facherzieherin für kulturelle Bildung betreut das offene Atelier, unterstützt bei Projekten und begleitet die Kinder dort in ihrem Tun.
Des Weiteren versuchen wir einmal im Jahr eine externe Künstlerin für unsere Projekte zu gewinnen. Außerdem arbeiten wir regelmäßig mit dem KinderKünsteZentrum zusammen.
Projekte
Unsere bisher sehr unterschiedlichen Projekte sind gemeinsam mit unseren Kindern entstanden. Ihre Ideen werden aufgegriffen und ganz allmählich entsteht daraus ein komplexes Projekt. Eine vorbereitete Umgebung bzw. diverse Materialien regen zu autonomen Denken und Handeln an, es geht um erlebnisreiches Lernen durch Erforschen, Entdecken, Erfahren, Experimentieren, Ausprobieren, Versuchen, Erfinden, Gestalten, Strukturieren, Begreifen, Erkennen, Differenzieren, Überprüfen und Vergleichen.
Kinder und Erwachsene bringen eigene Ideen ein, dürfen unterschiedliche Wege gehen und immer wieder Fragen stellen. Dabei finden alle Beteiligten Verständnis.
Eigenes Zeitmaß wird be.- und geachtet.
Projekte waren u.a. die Erde, Berlin, Farben, 4 Elemente, Vielfalt, Körper und Gefühle, Architektur, Zeitreise, Bau Haus
Dokumentation
Wir nehmen uns viel Zeit unsere Projekte für die Kinder zu dokumentieren. Wir notieren uns stets Abläufe, kleine Begebenheiten, Experimente und den "Kindermund". Außerdem werden viele Fotos gemacht. Aus dieser Sammlung entsteht dann ein Projektbuch. So haben die Kinder die Möglichkeit das Projekt nochmal zu reflektieren bzw. sich Vergessenes in Erinnerung zu rufen. Für die Eltern macht dieses Buch unsere Arbeit transparent.
Die Eingewöhnungszeit von jedem Kind wird ebenfalls in persönliche Bücher ausführlich dokumentiert. Die Kinder können so noch Jahre später in ihrem Buch über ihre Zeit im Kinderladen nachlesen und die Eltern können einsehen wie die ersten Tage, ohne sie, hier im Kinderladen verliefen.
Des Weiteren dokumentieren wir Feste, Ausflüge, Geburtstage, Speiseplan, Schichtplan und das tägliche Geschehen und Stellen diese für alle sichtbar in der Garderobe aus. Die Eltern bekommen so einen Einblick in unsere Arbeit und erhalten sämtliche Informationen.
Lerngeschichten
Margaret Carr von der Waikato Universität in Neuseeland entwickelte Ende der 90er Jahre die "Learning Stories". Bei diesem pädagogischen Ansatz stehen die individuellen Lernprozesse von Kindern im Mittelpunkt des Interesses. Ziel ist es, die Bildungs- und Lernwege von Kindern zu verstehen, Kinder zu unterstützen und ihnen schrittweise eine immer differenzierte Partizipation zu ermöglichen. Die Arbeit mit den Bildungs- und Lerngeschichten umfasst die Bereiche: Beobachten, Analysieren und Austauschen, Dokumentieren, sowie die pädagogische Planung für das Kind.
Wir beobachten die Kinder 10 min und halten dies schriftlich fest. Dieses Material wird dann analysiert. Anschließend tauschen wir uns mit den Kolleg*innen darüber aus und es werden weitere Planungen beschlossen. Diese Lerngeschichten werden für die Kinder in ihre Bücher aufgeschrieben und können jederzeit eingesehen werden.
Die Eingewöhnungszeit
Der Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Welt des Kinderladens bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung. Deshalb ist eine behutsame Eingewöhnung im ständigen Austausch und in Absprache mit der Familie sehr wichtig. So wird es dem Kind ermöglicht, sich langsam in den Kinderladen und die Gruppe zu integrieren. Um eventuelle Schwierigkeiten in der Anfangszeit vorzubeugen, erwarten wir von den Familien, dass sie ihre Kinder in den ersten Tagen (Wochen) begleiten. An den ersten Tagen ist ein Elternteil anwesend.
Danach erfolgt, in Absprache, der erste Trennungsversuch für ca.10-20 Minuten. Dann wird die Dauer der Trennung Woche um Woche verlängert.
Ein Kind ist dann eingewöhnt, wenn es sich im Kinderladen ohne Eltern, mit den Erzieher*innen und den Kindern wohl fühlt. Ziel ist, dass es sich von der Bezugserzieher*in Trösten lässt und sich im Spiel auf die anderen Kinder einlassen kann.
Windelfrei / Ausscheidungsautonomie
Der Entwicklungsprozess bis zum eigenständigen Toilettengang ist nicht eine Frage der Erziehung, sondern ein normaler Entwicklungsschritt auf dem Weg zur Eigenständigkeit.
Windelfrei zu sein ist ebenso das Ergebnis der körperlichen und geistigen Entwicklung wie der Beginn des Laufens und des Sprechens. Das Kind muss es wollen und sich dazu entschließen, auf den Topf oder aufs Klo zu gehen, statt weiterhin in die Windeln zu machen. Früher oder später (vorausgesetzt, es gibt kein Sauberkeitstraining und kein Druck wird ausgeübt) wird das Kind diesen Entschluss fassen, meistens mit ca.3 Jahren, oft von einem zum anderen Tag. Erst etwa in diesem Alter kann das Kind seinen Schließmuskel bewusst und selbstständig steuern, es merkt wann es "muss" und kann so lange anhalten, bis es das Klo aufgesucht hat.
Ruhen und Schlafen
Wir geben in unserer Einrichtung jedem Kind die Möglichkeit zu lernen seine Bedürfnisse nach Ruhe und Entspannung wahrzunehmen, entsprechend über Zeit, Dauer und Ort der Ruhe selbst zu entscheiden. Deshalb wecken wir auch keine Kinder vorzeitig auf, sondern lassen sie immer, bis sie von selbst aufwachen, schlafen.
Den Kindern, die schlafen wollen, steht ein Schlafraum zur Verfügung. Die Schlafenszeit beginnt spätestens um 13 Uhr. Jedes Kind hat seine eigene Matratze, Kissen und Decke, es gibt ein Fach in dem das eigene Kuscheltier und der Schnuller etc. aufbewahrt werden.
Eine Erzieherin begleitet die Kinder in den Schlafraum, dort wird dann noch eine Geschichte vorgelesen oder etwas vorgesungen.
Kinder, die nicht schlafen wollen, können entscheiden, ob sie z.B. in den Garten oder einfach bei einer CD oder einem Buch entspannen wollen.
Krank sein
In der Vergangenheit hatten wir häufig das Problem von kranken bzw. nicht auskurierten Kindern. Wir wünschen uns von den Eltern Eigenverantwortung. Sie sollen genau abwägen, ob ihr Kind wieder in der Lage ist einen Kindergartentag, der sehr anstrengend sein kann, zu meistern oder ob es besser ist, sich zu Hause auszuruhen. Außerdem besteht die Gefahr andere Kinder oder pädagogische Fachkräfte anzustecken.
Bei einem Themenelternabend wurde besprochen das Kinder 3 Tage fieberfrei sein müssen, bevor sie wieder in die Kita kommen. Bei einem Magen-Darm-Infekt sollen die Kinder 2-3 Tage ohne Symptome sein. Bei stark ansteckenden bzw. meldepflichtigen Krankheiten ist ein ärztliches Attest nötig.
Teamarbeit
Demokratische Teilhabe
Wöchentliche Dienstbesprechungen dienen zum Austausch von Informationen und geben demokratischen Entscheidungsprozessen einen Raum. z.B. Beobachtungen über Kinder und Analysen der Lerngeschichten. Weiterhin werden Fortbildungen und Projekte geplant, die Arbeit im Team aufgeteilt und Praktikantinnen angeleitet.
Qualitätsentwicklung und -sicherung
Eine interne Evaluation zum BerlinerBildungsProgramm findet bei uns in regelmäßigen Abständen statt. Sie ist eine Maßnahme zur Qualitätsentwicklung in den Kitas und dient der Reflexion der fachlichen Arbeit. Wir suchen immer nach Wegen und Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung. Die externe Evaluation findet alle fünf Jahre statt. Sie bei uns von einer Fachkraft von Ektimo (anerkannter Anbieter für externe Evaluation der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft) begleitet.
Elternarbeit
In der Bring- und Abholsituation finden wir meistens kurz Zeit für den Austausch wichtiger Informationen. Haben wir jedoch den Eindruck, dass mehr Zeit und Ruhe benötigt wird, vereinbaren wir einen weiteren Gesprächstermin.
Ansonsten laden wir einmal im Jahr die Eltern zu einem Entwicklungsgespräch über die wichtigsten Entwicklungsschritte ihrer Kinder ein.
Diese Gespräche werden nach Termin mit den Eltern vereinbart und finden außerhalb des Gruppengeschehens statt. Als Grundlage dienen die "Lerngeschichten". Es folgt eine fachliche Einschätzung der Entwicklung des Kindes in den einzelnen Bildungsbereichen, sowie das Besprechen von fördernden Angeboten. Grundsätzlich steht das Kind im Mittelpunkt des Gesprächs, seine Stärken, seine Interessen, sein Wohlbefinden, seine Engagiertheit in einzelnen Spielsituationen, bei Ausflügen und im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen.
Zweimal im Jahr finden bei uns Elternabende statt. Hier besprechen wir aktuelle Gruppenthemen, klären Fragen und berichten über unsere Projekte. Außerdem haben wir auch schon zu kindlichen Bildungsprozessen und zu Erziehungsfragen, die sich aus dem täglichen Zusammenleben mit Kindern ergeben Themenelternabende angeboten.
Vorbereitung auf die Schule
Die "Vor-Schule" beginnt in unserem Kinderladen mit der Aufnahme des Kindes in unsere Einrichtung. Sie endet beim Übergang des Kindes in die Grundschule. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse ist Bildung ein ganzheitlicher, fortlaufender Entwicklungsprozess, der nicht erst mit dem Schuleintritt beginnt, sondern schon in der frühen Kindheit von großer Bedeutung ist. Im Rahmen der Altersmischung werden soziale Kompetenzen wie Hilfsbereitschaft, Gemeinschaftsfähigkeit oder Verantwortungsbewusstsein gefördert. Durch Vorlesen, Geschichten erzählen, singen, Erlebnisse, Gefühle, Bedürfnisse ausdrücken, Gedichte und Reime lernen werden Sprachentwicklung und Kommunikationskompetenzen unterstützt. Durch die Projektarbeit ermöglichen wir den Kindern weitere Bildungsbereiche wie Naturwissenschaft, Technik, soziales und kulturelles Leben, Mathematik kennenzulernen, zu begreifen und auszuprobieren. Ihr Selbstbewusstsein wird durch gezielte Aufgabenstellungen, Vergrößerung ihres Spielradius und Förderung ihres Verantwortungsbewusstseins gestärkt. Wir vertrauen ihnen, dokumentieren ihre Lernschritte für sie, gestatten ihnen Fehler zu machen und daraus zu lernen. Außerdem entwickeln wir Ablösungsrituale und besuchen gemeinsam mit den zukünftigen Schulkindern ihre Schulen. Wir ermöglichen so einen sanften Übergang.
Tagesablauf (8.00 – 16.00 Uhr)
8.00 – 8.50 Uhr
1. Bringzeit
(damit die Kinder in Ruhe ankommen können)
9.00 Uhr
Frühstück
9.30 Uhr
2. Bringzeit
9.35 – 10.00 Uhr (ca. 10 Uhr)
Morgenkreis
10.00 Uhr
letzte Bringzeit
ca. 10 Uhr
Freispiel drinnen und/oder draußen; Projektarbeit
12.00 Uhr
Mittagessen
ca. 13.00 – 14.00 Uhr
Ruhepause
14.30 Uhr
Nachmittagssnack
ab 15.00 Uhr
Freispiel drinnen und/oder draußen; fertigstellen vormittags begonnener Arbeiten
bis 15.50/16.00 Uhr
Abholzeit
16.00 Uhr
der Kinderladen ist geschlossen
Während der Bring- und Abholzeiten der Kinder legen wir Wert auf die individuelle Begrüßung und Verabschiedung jedes Kindes mit seinem Elternteil. Wir versuchen uns Zeit, für einen kurzen Austausch mit den Eltern über wichtige Ereignisse, Begebenheiten, Befindlichkeiten des Kindes zu Hause oder bei uns, zu nehmen.
In der regelmäßigen Gestaltung unseres Tagesablaufs ist es uns wichtig, dass die Kinder eine Struktur erkennen und diese auch annehmen können. Sie gibt ihnen Sicherheit und Orientierung im täglichen Miteinander.
Hierfür ist es uns sehr wichtig, dass alle Zeiten genau eingehalten werden, es ist einfach immer schade, wenn schon eine ruhige Atmosphäre geschaffen ist, die dann durch zu spät kommende Kinder wieder gestört wird.
Ausblick
Unsere Konzeption bedeutet für uns einen Leitfaden zu haben und euch erste Informationen zu vermitteln, ob ihr euch eine Zusammenarbeit mit uns vorstellen könnt. So eine Konzeption ist nie fertiggestellt, sondern entwickelt sich wie wir selbst stetig weiter.
Aktualisierte Version November 2025